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Debussy, Claude
Claude Debussy , französischer Komponist, wichtigster Komponist des französischen Impressionismus.

Leben:
Debussy studierte Klavier, u.a. bei Antoine Francois Marmontel, und Komposition, u.a. bei Ernest Guiraud (*1837, 1892) und César Franck, und gewann 1884 den Rom-Preis. Nach einem zweijährigen Rom-Aufenthalt ließ er sich in Paris nieder, unternahm jedoch mehrere Reisen (u.a. nach Bayreuth, London, Italien, Russland, in die Niederlande). Debussy war auch als Pianist und Dirigent sowie als Bearbeiter von Werken anderer Komponisten tätig und verfasste zahlreiche Aufsätze und Kritiken.

Werk:
In Debussys Schaffen kündigt sich der Übergang von der Musik des 19.Jh. zu den erweiterten Ausdrucksformen der Neuen Musik an. Das Frühwerk steht noch vorwiegend in der Nachfolge der französischen Musik der zweiten Hälfte des 19.Jh. (Alexis Emanuel Chabrier, Léo Delibes, Gabriel Fauré, Charles Gounod, Jules Massenet, Édouard Lalo) sowie Robert Schumanns und Fryderyk Chopins. In der Harmonik ist der Einfluss Richard Wagners wirksam. Eine in Anlehnung an den Symbolismus in der Literatur und den Impressionismus in der Malerei als »impressionistisch« bezeichnete Tonsprache bildete sich in der folgenden Phase (18891903) heraus. Unter dem Eindruck der russischen (Aleksandr Borodin, Modest Mussorgskij) und der fernöstlichen (durch die Pariser Weltausstellung 1889 vermittelten) Musik entwickelte Debussy eine neuartige musikalische Sprache. Indem er von der Haltung abrückt, dass die Musik Ausdruck gedanklicher Entwürfe sei, hebt er sich deutlich von der Romantik, speziell der Kunst Wagners, ab. Spezifisch für den neuen Stil sind ein besonderer Sinn für die bis in Nuancen auskomponierte Klangfarbe sowie eine hoch differenzierte Rhythmik, Dynamik und Agogik. Die Harmonik hält sich zwar im Rahmen der Dur-Moll-Tonalität, bezieht aber Dissonanzen, Pentatonik, Ganztonskala und Kirchentonarten mit ein und bedient sich häufig der Parallelbewegung von Akkorden (etwa in Quart-, Quint-, Sept- und Nonabständen). Die motivisch-thematische Arbeit der musikalischen Konstruktion tritt zurück. Durch diese Eigenheiten der Tonsprache Debussys erscheinen die traditionellen Vorstellungen von Konsonanz und Tonalität nahezu aufgehoben.
In der anschließenden mittleren Schaffensperiode (beginnend um 1903) werden die formalen Konturen (besonders in der Herausarbeitung der melodischen Linien und einer geschärften Rhythmik) stärker betont. Diese Tendenz setzt sich auch in Debussys späten Werken (ab 1911/12) fort. Während insgesamt eine Hinwendung zu einer neuen Klassizität erkennbar ist (auch im Rückgriff auf Stilelemente der Werke französischer Clavecinisten wie Francois Couperin und Jean-Philippe Rameau), vereinen die späteren Kompositionen Debussys unterschiedliche Gestaltungsmittel wie Parodie, Stilformen des Jazz und expressionistische Ausdrucksmomente.
Werke:
Bühnenwerke: Pelléas et Mélisande (1902, Oper nach Maurice Maeterlinck); Le martyre de Saint Sébastien (1911, Mysterienspiel nach Gabriele D'Annunzio); Khamma (1912, Ballett); Jeux (1913, Ballett); La chute de la maison Usher (UA 1977, Oper, ergänzt und instrumentiert von Juan Allende-Blin, Text nach Edgar Allan Poe).
Orchesterwerke: Prélude à l'après-midi d'un faune (189294); Trois nocturnes (189799; mit Frauenchor); La Mer (190305); Images pour orchestre (190612).
Kammermusik: Streichquartett (1893); Sonate für Violoncello und Klavier (1915); Sonate für Flöte, Viola und Harfe (1916); Sonate für Violine und Klavier (1916/17).
Klavierstücke: Deux arabesques (1888); Suite bergamasque (1890, Neufassung 1905); Pour le piano (18941901); Estampes (1903); Images, 2 Hefte (1905, 1907); Children's corner (190608); Préludes, 2 Hefte (191213); Douze études (1915); Six épigraphes antiques (1914, zu vier Händen); En blanc et noir (1915, für zwei Klaviere).
Lieder: Ariettes oubliées (1888); Baudelaire-Lieder (1887/89); Fêtes galantes, 2 Hefte (1891, 1904); Chansons de Bilitis (1897); Trois ballades de Francois Villon (1910); Mallarmé-Lieder (1913).
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