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Seiber, Mátyás
Mátyás Seiber wuchs in Budapest auf. Nach dem Besuch des Gymnasiums, wo er ein herausragender Schüler in Mathematik und Latein war, ging er an die Musikakademie, um bei Kodály zu studieren. Dort entwickelte er Interesse für gregorianische Gesänge, beschäftigte sich mit Untersuchungen von Kodály und Bartók und schrieb Vokalsätze von Volksliedern vieler Nationen. Er war auch sehr sprachbegabt. Über die Jahre haben viele Chöre von diesen lebenslangen Interessen profitiert.

 

In Ungarn beteiligte er sich mit seinem Bläsersextett von 1925 an einem Kompositionswettbewerb, bei dem Kodály und Bartók in der Jury saßen. Die Gegner der von ihm verkörperten "progressiven" Musik verhinderten seinen Sieg; aufgebracht verließ Bartók daraufhin die Wettbewerbsjury.

 

1927 verließ er Ungarn und begann auf Empfehlung von Kodály eine Lehrtätigkeit in Frankfurt. Dort rief er den ersten wissenschaftlichen Jazzstudiengang ins Leben. Anfang der dreißiger Jahre führte die Ablehnung des Jazz und der Juden (wie weltlich auch immer) durch die Nazis dazu, dass er ins Ausland emigierte.

 

Nach einer Zeit des Reisens als Mitglied eines Streichquartetts auf einem Schiff, bei dem er sein erstes Instrument, das Cello, spielte, ließ er sich Mitte der dreißiger Jahre in London nieder. Am Morley College unterrichtete er auf Einladung von Michael Tippett musikalisches Verständnis. Später, aber noch während seiner Zeit am Morley College, leitete er seinen eigenen Chor, die Dorian Singers, der sich erst nach seinem Tod auflöste.

 

Berühmt wurde er auch durch seinen Kompositionsunterricht in Caterham, wohin er nach seiner Heirat 1947 mit Lilla Bauer, einer ungarischen Emigrantin und Tänzerin beim Ballet Jooss, gezogen war. Sie erhielt ihre Ausbildung bei Laban und unterrichtete dann am Goldsmith’s College.

 

Seibers Ruf als Lehrer und Komponist lockte Schüler aus ganz Europa, darunter auch Hugh Wood, Tony Gilbert, Peter Racine Fricker (der ihn für den führenden Lehrer des Jahrhunderts hielt), Ingvar Lidholm, Hinner Bauch, und Don Banks aus Australien. Seibers Werke wurden in Cheltenham, Venedig und auf anderen nationalen und internationalen Musikfestivals aufgeführt. Er war Gründungsmitglied der Society for Promotion of New Music und setzte sich sein Leben lang aktiv für die Förderung neuer Musik ein. Er tat sehr viel, um Bartóks Werk der britischen Öffentlichkeit nahe zu bringen. In seinem Leben und Werk verband und entwickelte er viele verschiedene musikalische Einflüsse – von der ungarischen Tradition Bartóks und Kodálys bis zu Schönberg und serieller Musik sowie zu Jazz, Folksong, Filmmusik und leichterer Musik (für "By The Fountains of Rome" erhielt er den Ivor-Novello-Preis). Aus der späten Zusammenarbeit mit John Dankworth gingen die "Improvisations for Jazz Band and Orchestra" hervor. Zu seinen Freunden und Kollegen, mit denen er zusammengearbeitet hat, gehörten viele Solisten wie z.B. Tibor Varga, Norbert Brainin, die Gitarristen Julian Bream und John Williams, der Schlagzeuger Jimmy Blades, der Folksänger Bert Lloyd und Peter Pears. Außerdem schrieb er Filmmusiken für seine Freunde, die beiden progressiven Animationsfilmer Halas & Batchelor; die bekannteste davon ist "Animal Farm". Zu weiteren Filmmusiken gehört auch "A Town like Alice". Einige seiner Werke leichterer Musik, insbesondere Tanzbegleitungen und Werke für Akkordeon, veröffentlichte Seiber unter dem Pseudonym George S. Mathis.

 

Während einer Vortragsreise 1960 kam Seiber bei einem Autounfall in Südafrika auf tragische Weise ums Leben. Kodály und Ligeti schrieben Stücke zu seinem Gedenken. Seine Witwe lebt noch immer im selben Haus in Caterham, Surrey, seine Tochter in Cambridge. Jetzt, da Ungarn seine zentrale Rolle in Europa neu entdeckt, möchten wir eines Komponisten und Lehrers gedenken, der so wesentlich zur musikalischen Entwicklung Englands und Ungarns im 20. Jahrhundert beigetragen hat.
Seiber, Mátyás
3 Morgensternlieder
für Gesang und Klarinette
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4 altungarische Volkslieder
für Chor TTBB
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4 altungarische Volkslieder
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Trinklied (Bordal)
aus 2 Männerchöre
für Chor TTBB
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Kodály, Zoltán
Zechergesang (Mulató gajd)
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